ESCAschool

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ESCAschool richtet sich speziell an Familien von Schulkindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Alter von sechs bis elf Jahren.

Ziel von ESCAschool ist es, die Effektivität eines adaptiven und stufenweisen Behandlungsprogramms zu untersuchen, das auf verhaltenstherapeutischen und pharmakologischen Interventionen basiert. Das bedeutet, dass sich das Behandlungsangebot für die Familien an der individuellen Ausprägung der ADHS-Symptomatik des Kindes orientiert und im Verlauf der Therapie angepasst wird, und zwar in Abhängigkeit davon, wie das Kind auf die Behandlung anspricht. Dadurch sind im Verlauf der Studie verschiedene Behandlungswege für Eltern und Kinder möglich. Es soll herausgefunden werden, wie Schulkindern, die Probleme mit ADHS haben, am besten geholfen werden kann.

Diese Studie kommt für Ihr Kind in Frage, wenn …

  • … Ihr Kind starke Probleme mit der Aufmerksamkeit hat bzw. Sie vermuten oder vielleicht schon wissen, dass es ADHS hat.
  • … Ihr Kind die Schule besucht und zwischen sechs und elf Jahren alt ist.
  • … Sie als Eltern und ihr Kind motiviert sind an der Studie teilzunehmen.
  • … Sie sich zutrauen, auf Deutsch geschriebene Hefte zu bearbeiten, Fragebögen zu verstehen und ohne fremde Hilfe zu beantworten.

 

So läuft die Studie ab

Voruntersuchungen

  • Eine Familie meldet sich in einem Studienzentrum in Ihrer Nähe. ESCAschool wird in Bochum/Hamm, Köln, Marburg, Mannheim, Tübingen und Würzburg angeboten.
  • Wir überprüfen, ob die Studie für Ihr Kind in Frage kommt (Screening).
  • Wir informieren Sie ausführlich darüber, was in der Studie, also der Behandlung und den Befragungen passiert. Falls Sie sich entschließen teilzunehmen, unterschreiben Sie eine Einverständniserklärung.
  • Dann werden einige Untersuchungen durchgeführt und Fragebögen beantwortet.

 

stressful homework
Erster Behandlungsabschnitt

  • Im ersten Behandlungsabschnitt erhalten die teilnehmenden Familien bei einer leichten bis mittelgradig ausgeprägten ADHS-Symptomatik des Kindes eine verhaltenstherapeutisch fundierte, angeleitete und telefongestützte Selbsthilfe. Diese besteht aus schriftlichen Elternratgebern zu einem hilfreichen Umgang mit ADHS-Problemen und zusätzlichen telefonischen Beratungsgesprächen für die Eltern. Mit Einverständnis der Eltern bieten wir auch dem Lehrer/der Lehrerin des Kindes eine Teilnahme an der telefongestützten Selbsthilfe an. Die Lehrpersonen erhalten dann speziell entwickelte Lehrerratgeber und ebenfalls telefonische Beratungsgespräche.
  • Bei einer stark ausgeprägten ADHS-Symptomatik des Kindes bieten wir entsprechend nationaler und internationaler Leitlinienempfehlungen im ersten Behandlungsabschnitt eine individuelle Beratung für die Familien sowie eine medikamentöse Behandlung des Kindes an.
  • Nach Abschluss des ersten Behandlungsschrittes werden wieder Fragebögen ausgefüllt und Untersuchungen gemacht, die zeigen, ob sich die ADHS-Probleme Ihres Kindes gebessert haben.

Zweiter Behandlungsabschnitt

kleiner Teufel an der Tafel

  • Das Vorgehen im zweiten Behandlungsabschnitt richtet sich nach dem Therapieerfolg in der ersten Phase. Bei Kindern mit ursprünglich leichter bis mittlerer ADHS-Symptomatik wird in Abhängigkeit von der noch bestehenden Problematik eine von drei möglichen weiterführenden Behandlungen angeboten.
    • Bei einer starken Verbesserung der Symptomatik des Kindes werden Selbsthilfe-Auffrischungssitzungen durchgeführt.
    • Bei einer teilweisen Verbesserung der Symptomatik erhalten die Familien eine intensive Verhaltenstherapie.
    • Bei sehr geringer oder keiner Verbesserung der ADHS-Symptome wird eine medikamentöse Behandlung des Kindes mit Beratung für die Familien angeboten.
  • Kinder, die im ersten Behandlungsabschnitt der Gruppe mit stark ausgeprägter ADHS-Symptomatik zugeordnet waren, werden ebenfalls daraufhin überprüft, wie erfolgreich die erste Intervention bei ihnen verlaufen ist. In Abhängigkeit von der weiterhin bestehenden Problematik wird die Behandlung aus der ersten Behandlungsphase fortgeführt bzw. mit anderen Maßnahmen kombiniert.
    • Bei starker Verbesserung der ADHS-Symptomatik wird die medikamentöse Therapie aus der ersten Behandlungsphase weiter angeboten.
    • Bei einer teilweisen Verbesserung der ADHS-Symptomatik werden die Familien zufällig einer von drei Behandlungsgruppen zugeteilt. Die erste Gruppe erhält zusätzlich zur Medikation des Kindes mehrere Beratungsstunden, in der zweiten Gruppe erhalten die Kinder Neurofeedback und in der dritten Gruppe wird den Familien eine intensive Verhaltenstherapie angeboten.
    • Ein Wechsel der Medikation erfolgt, wenn nach dem ersten Behandlungsintervall nur eine sehr geringe oder keine Verbesserung der Symptome eingetreten ist.

 

Nachuntersuchung

Drei Monate später werden die Untersuchungen dann schließlich noch mal wiederholt, die Fragebögen noch mal ausgefüllt.

Die Studie dauert in Abhängigkeit von der individuell angepassten Behandlung zwischen 12 und 15 Monaten.

 

Bei weiteren Fragen zu oder Interesse an ESCAschool, können Sie hier Kontakt mit einem Zentrum in Ihrer Nähe aufnehmen:

Studienteilnahme